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Natürliches Räuchern

Zunderschwamm - ein hervorragender Rauchgeber
Zunderschwamm - ein hervorragender Rauchgeber

 

Das da, linke Seite, ist ein Zunderschwamm. Der Zunderschwamm wird heute der Hauptbestandteil dieses Artikels. Er bildet meine persönliche Grundlage für ein angenehmes und natürliches Räuchern.

 

Ötzi hatte auch so einen, als man ihn fand. - neben diversen anderen Dingen aus der Naturapotheke. Vielleicht nutzte er ihn auch, um Wunden und Entzündungen mit Rauch zu behandeln. Ich nutze ihn (da ich sehr selten an Wunden oder Entzündungen leide) zum Ausräuchern des Hauses.

 

Um zu Räuchern, benötigt man etwas, was glüht, was die Hitze speichert, ohne Flammen zu werfen. Dafür eignet sich ein Räucherstövchen oder auch Räucherkohle. Räucherkohle enthält allerdings Salpeter. Salpeter ist super, wenn es ordentlich rauchen soll, kann aber gerade bei einer Hausräucherung mit bestimmten Absichten im Wege stehen.

Manchmal kaufe ich fertiges Rauchwerk, Stäbchen oder auch Kegel. Wenns ernst wird, greife ich dann doch lieber auf meine Intuition und mein Wissen zurück - ergo, ich benötige etwas Handfestes.

 

Meine "Feuerschale" ist eigentlich keine Feuerschale sondern eine eiserne Pfanne meiner Ahnen. Magie darf ruhig pragmatisch sein! In dieser Pfanne befindet sich praktischerweise eine Spirale, die im Uhrzeigersinn verläuft. Eine bessere Räuscherschale kann mir also gar nicht passieren. Ich nutze diese Schale also für alles, was mit dem "Öffnen, Beginnen, Kraft und Beginn" zu tun hat. Die Spirale ist sehr eng mit dem Element Wasser verknüpft und das Wasser ist die Urkraft des Lebens.

 

Weg von der Symbolik, zurück zum Räuchern und dem Zunderschwamm.

Den Zunderschwamm kann man prima im Wald sammeln. Er wächst dort einfach als Parasit an Buchen und Eichen. Er ist auch ein Heilpilz, aus ihm wurden Wundauflagen hergestellt, die Entzündungshemmend waren. Vielleicht hat Ötzi ihn auch desshalb mitgeschleppt.

 

Der Pilz muss zunächst getrocknet werden, der Name verrät es schon: Schwamm. Das bedeutet, dass er viel Wasser in sich aufnehmen kann. Meine Zunderschwämme lege ich einfach an meinen Ofen und da lasse ich sie, bis ich der Auffassung bin, sie sind trocken. Das kann je nach Größe des Pilzes und nach der Befeuerung des Ofens schon mal 2 Wochen dauern.

 

Ist er trocken, wird er einfach in kleine Stücke gebrochen. Man kann auch ein Werkzeug dazu nehmen. Die Größe richtet sich auch danach, wie viel ihr später räuchern möchtet.

 

Das Entzünden solch eine Stückes braucht ein wenig Zeit. Ich nutze gerne einen kleinen Flambierbrenner. Im Ernst, ja. Damit kann ich punktuell Glut erzeugen, die ich dann langssam in den Pilz puste. Das geht etwas schneller, auch wenn man vorsichtig sein muss, dass man den Pilz nicht verbrennt. Er soll nicht sofort zu Asche zerfallen, er soll die Grundlage für das eigentliche Räuchern bilden.

 

Ist er durchgeglüht, bildet er auf der Oberfläche eine weißeSchicht, wie die Kohle beim Grillen auch.

Ein Stück Zunderschwamm, fertig zum Räuchern
Ein Stück Zunderschwamm, fertig zum Räuchern

Die kleinen Kiesel um den Pilz herum sorgen später dafür, dass das, was ich Räuchern möchte, nicht einfach irgendwo hinfliegt.

Die Schale ist bei einer richtigen Räucherung reichllich verziert. Ich bringe symbolisch die Dinge mit hinein, die ich beabsichtige. Blumen kommen hinzu, kleine Gaben, die ich individuell und intuitiv gestalte und die thematisch dazu passen.

 

Das hab ich hier alles weggelassen, es ist nur ein Beispiel.

 

Wie man aber sehen kann, es raucht. Die Glut hat sich dem Pilz angenommen.

Rosmarien - unter anderem für einen klaren und wachen Geist
Rosmarien - unter anderem für einen klaren und wachen Geist

Wenn der Pilz eine leichte Asche - Schicht hat, einfach das Gewünschte darauflegen.

Um das alles bei Laune zu halten, eignet sich, Luft hinzuzufächern. Das schührt die Glut.

 

Natürlich wird die Feuerschale heiß, stellt sie bitte auf einen feuerfesten Untergrund.

 Wer einen Feuermelder im Haus hat, möge bitte daran denken diesen zu deaktivieren.

 

Mit dem Zunderschwamm räuchern ist also ganz einfach, seit Jahrhunderten natürlich und kostenlos dazu. Die meisten treiben sich ohnhin in der Natur herum. 😉

 

Viel Spaß!